BIOS-Update

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Eine Umsetzung der FAQ-Artikel erfolgt auf eigene Gefahr. Der Autor weist in seinem Artikel auf den jeweiligen Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand hin. Es wird ausdrücklich empfohlen, vor der Durchführung von Systemänderungen an Windows einen aktuellen Wiederherstellungspunkt anzulegen.
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Bereich: Hardware
FAQ-Art: Tutorial

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Hardware


Das BIOS, welches auf einem Flash-ROM auf der Hauptplatine eines PCs gespeichert ist, enthält die grundlegenden Informationen für den Betrieb eines PC-Systems. Dabei kann es vorkommen, dass zum Betrieb zusätzlicher oder verbesserter Komponenten (z.B. Montage eines schnelleren Prozessors, der bisher nicht unterstützt wurde) oder verbesserter Kompatibilität von Peripheriegeräten (z.B. einer Festplatte mit höherer Kapazität) ein Update dieser Grundinformationen erforderlich ist. Dieses wird allgemein als "BIOS-Update", "BIOS-Flash" oder "BIOS flashen" bezeichnet.


Inhaltsverzeichnis

Update oder nicht?

Grundsätzlich sei gesagt, dass man ein BIOS-Update wirklich nur in Betracht ziehen sollte, wenn es Probleme mit dem Betrieb von Systemkomponenten gibt oder das Update Fehler im "alten" BIOS behebt. Das Flashen eines ROM-Bausteins birgt immer die Gefahr, dass während des Updatevorgangs Fehler auftreten und das Bauteil unbrauchbar wird.


Wie update ich richtig?

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein BIOS-Update durchzuführen:

  • im laufenden Betrieb von Windows über spezielle Updateprogramme des Mainboardherstellers (oft auch auf der Support-CD/DVD enthalten), auch bezeichnet als "Live-Update" o.ä.
  • unter der DOS-Oberfläche per Diskette oder CD-Rom,wobei letztere Variante die sicherere ist, da nicht die Gefahr besteht, dass der Updatevorgang durch Betriebssystemfehler unterbrochen wird. Deshalb wird im folgenden auch nur auf diese Möglichkeit eingegangen.


Vorbereitungen

Um ein BIOS-Update im DOS-Modus richtig durchführen zu können, ist folgendes erforderlich:

  • eine bzw. zwei Diskette(n), um eine Bootdiskette zu erstellen, oder, falls kein Diskettenlaufwerk vorhanden ist, eine beschreibbare CD-R und ein Brennprogramm, um eine bootfähige CD zu erstellen
  • ein DOS-Flashprogramm, am einfachsten vom Mainboardhersteller, z.B. "awdflash.exe" für ein AWARD-BIOS
  • die Datei mit den eigentlichen BIOS-Informationen, z.B. "Dateiname.ROM","Dateiname.BIN" oder "Dateiname.121", dabei muss genau darauf geachtet werden, dass die neue BIOS-Version exakt zum vorliegenden Mainboardtyp passt. Bei der Identifizierung des vorhandenen Mainboards können entweder spezielle Programme zum Auslesen von Systeminformationen unter Windows verwendet werden, oder man öffnet das PC-Gehäuse und liest die Mainboardbezeichnung direkt auf diesem ab, was den Vorteil haben kann, dass eventuell zusätzlich eine Revisionsnummer erkannt werden kann. Sollte aus Garantiegründen keine Gehäuseöffnung in Betracht kommen, ist es eventuell auch möglich die genaue Bezeichnung über die Seriennummer des PC-Herstellers auf dessen Supportseiten in Erfahrung zu bringen. Dazu sei noch angemerkt, dass es bei Komplett-PCs z.B. von "Medion", "Dell" usw. von Vorteil sein kann, die neue BIOS-Version direkt dort zu beziehen, da diese Hersteller oft speziell für deren Zwecke entwickelte Hauptplatinen in Komplett-PCs einsetzen, so daß die Update-Datei besser auf die jeweiligen Funktionen des Mainboards zugeschnitten ist.

Weiterhin sollte man sich die Parameter/Einstellungen der "alten" BIOS-Version notieren, da während des Updatevorgangs diese Einstellungen überschrieben bzw. zurückgesetzt werden.

Außerdem ist es auf jeden Fall ratsam, eine Sicherung des bisherigen BIOS anzulegen, um die Möglichkeit zu haben, diese Version zurückzuspielen, falls das Flashen fehlschlägt oder es Probleme mit der neuen Version gibt. Normalerweise sollte das DOS-Flashprogramm diese Option bieten (das Sichern muss natürlich dabei vor dem eigentlichen Updatevorgang erfolgen!), falls diese Möglichkeit nicht zur Verfügung steht sollte man sich auf jeden Fall vor dem Flashen eine Version des Flashprogramms besorgen, die diese Funktion unterstützt. Das Durchführen der BIOS-Sicherung wird später im Text beschrieben.


BIOS sichern ohne Diskettenlaufwerk

Ist kein Diskettenlaufwerk vorhanden und der Rechner muss per Boot-CD im DOS-Modus gestartet werden, ist das Sichern des "alten" BIOS etwas problematisch, da sich die Daten nicht mittels des Flashprogramms auf eine CD schreiben lassen. Eine Möglichkeit, trotzdem ein Backup anzulegen, ist z.B., unter Windows mit einem Festplatten-Partitionierungsprogramm eine neue (kleine) Partition zu erstellen und mit dem FAT16- oder FAT32-Dateisystem zu formatieren, um später unter DOS auf diese Partition zugreifen zu können.

Dieses ist erforderlich bei installierten Betriebssystemen wie z.B. Windows 2000 und Windows XP, bei deren Installation im Normalfall die Festplatte bzw. die Partition mit dem NTFS-Dateisystem eingerichtet wird, wobei das Problem besteht, dass normalerweise kein Zugriff von DOS auf dieses Dateisystem möglich ist.

In diesem Fall empfiehlt es sich, das Flashprogramm und die BIOS-Datei auf der neu eingerichteten FAT-Partition abzulegen und später unter DOS von dort auszuführen, da die Sicherungsdatei meist auf demselben Datenträger abgelegt wird. Dieses Verfahren erleichtert auch das Zurückspielen der gesicherten Datei, falls Probleme mit der neuen BIOS-Version auftreten.

Nach erfolgreichem Updatevorgang inklusive Sicherung des "alten" BIOS ist dieses nun als ".BIN"-, ".ROM"-, ".121"-Datei (o.ä., die Dateiendung kann variieren) auf derselben Partition abgelegt.


Erstellen einer Bootdiskette/BootCD

Es wird in jedem Fall eine Bootdiskette oder Boot-CD benötigt, um den Rechner später vor dem BIOS-Updatevorgang im DOS-Modus zu starten, wobei verschiedene Möglichkeiten dafür zur Verfügung stehen. Da ich nicht auf alle Fälle im Einzelnen eingehen möchte, sind im folgenden nur jeweils einige dieser Möglichkeiten beschrieben:

  • Bootdiskette:
Es empfiehlt sich, eine Windows 98- oder Windows ME-Bootdiskette zu erstellen, da nur eine Diskette dafür benötigt wird, auf der alle nötigen Dateien vorhanden sind.
Der einfachste Weg ist die Erstellung einer solchen Diskette durch die auf WINBOARD zum Download bereitgestellten Dateien:
Windows 98-Startdiskette: ->Download<-
Windows 98 SE-Startdiskette: ->Download<-
Windows ME-Startdiskette: ->Download<-
  • Boot-CD:
Eine sehr gute Möglichkeit ist die Verwendung der "Ultimate Boot CD", die ausser der Möglichkeit, den Rechner im DOS-Modus zu starten, auch noch sehr viele andere nützliche Tools zur Verfügung stellt. Diese wird ebenfalls im Downloadbereich von WINBOARD zur Verfügung gestellt:
Ultimate Boot-CD V4.1.1: ->Download<-


Erstellen einer Diskette mit dem Flashprogramm und dem BIOS-Update

Da bei der beschriebenen Erstellungsweise einer Windows98/ME-Bootdiskette nicht mehr ausreichend Speicherplatz auf der Diskette vorhanden ist, um das Flashprogramm und die neue BIOS-Datei zusätzlich darauf unterzubringen bzw. später das "alte" BIOS darauf zu sichern, empfiehlt sich der Einsatz einer zweiten Diskette. Vor dem Kopieren der Dateien auf diese Diskette sollte diese formatiert werden, anschließend können das Flashprogramm und die BIOS-Datei kopiert werden. Darauf ist in jedem Fall zu achten, dass das Flashtool als ".exe"-Datei und die BIOS-Datei als ".bin", ".rom" oder wie auch immer (wie beschrieben kann hier die Dateiendung stark variieren) vorliegen. Möglicherweise wurden sie auf den Downloadservern als gepackte Datei hinterlegt (z.B. als ".rar"- oder ".zip".Datei) und müssen vor dem Kopiervorgang entpackt werden.

Bei Verwendung der "Ultimate Boot Disk" (oder einer auf anderem Weg erstellten Boot-CD) können die Dateien nun auf die - weiter oben im Artikel beschriebene - erstellte FAT-Partition kopiert werden, um später während des Updatevorgangs darauf zugreifen zu können.


Weitere Vorbereitungen

Wenn bis zu diesem Punkt alles geklappt hat, solltest Du nun entweder zwei Disketten (eine Bootdiskette und eine mit Flashtool/BIOS-Datei) bzw. eine Boot-CD und eine FAT-Partition mit den Updatedateien) auf der Festplatte angelegt haben. Bevor nun der eigentliche Updatevorgang gestartet werden kann, sollten eventuelle Einstellungen, die das System übertakten, im BIOS zurückgesetzt werden, empfehlenswert ist dazu das Laden der "Setup Defaults", um das BIOS in Grundeinstellung zu bringen. Außerdem muss, um ein Update per Diskette durchzuführen, im BIOS die Bootreihenfolge der angeschlossenen Komponenten geändert werden, so dass zuerst vom Diskettenlaufwerk gebootet wird - dementsprechend muss das CD-Laufwerk bei Einsatz einer Boot-CD an erster Stelle stehen. Desweiteren ist es möglich, dass in dem vorliegenden BIOS eine bestimmte Einstellung gesetzt werden muss, um das Schreiben auf den ROM-Baustein zu ermöglichen - diese Einstell-Option kann vorhanden sein, die Bezeichnung lautet etwa so:

  • "Flash BIOS Protection", "BIOS Write Protection" oder ähnlich
In diesem Fall muss die Option "disabled" gesetzt werden.
Nachdem der Änderung der Einstellungen im BIOS müssen diese noch gespeichert werden, dabei ist auf das korrekte Bestätigen zu achten (im BIOS ist meistens das engl. Tastaturlayout aktiv, d.h. die Tasten "Y" und "Z" sind vertauscht)!


Neustart des Rechners im DOS-Modus

Trostpflaster für Laien (Anmerkung)

Es sind hier (consulting) zahlreiche BIOS-Updates vorgenommen worden, ohne dass je eine Update misslungen wäre. Dabei wurde unter Windows XP Home oder XP Professional die vom Hersteller des Mainboards angebotene Flash-Routine benutzt. Die einzige berechtigte Befürchtung mag sich deshalb auf einen Stromausfall während des Flashens erstrecken.

Ein Stromausfall (meistens bei sehr extremen Wetterbedingungen) würde jedoch auch das Flashen unter DOS scheitern lassen.

Weniger versierte Anwender sollten also ruhig die vom Hersteller angebotene Flash-Routine für Windows benutzen, aber streng die dafür empfohlene Vorgehensweise einhalten.