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OEM

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OEM bedeutet "Original Equipment Manufacturer". Diese Hersteller bauen Hardware, vertreiben sie aber nicht selbst im Handel. D.h., man erwirbt eine Komponente einer bestimmten Marke, aber man hat diese nicht direkt beim Markeninhaber gekauft.

Der Begriff wurde unter anderem in der Softwarebranche von Microsoft geprägt, da Microsoft einen Teil seiner Software als OEM-Version verkauft. D.h. , Microsoft stellt diese Software zwar her, aber sie ist nicht direkt bei Microsoft zu erwerben, sondern z.B. in Verbindung mit einem neuen Rechner. Diese OEM-Versionen sind wesentlich günstiger, als die im Handel zu erwerbenden Versionen.

Sie unterscheiden sich folgendermaßen: Die OEM-Versionen sind fast identisch mit den im Handel zu erwerbenden Versionen; sie sind auf die Systeme abgestimmt, mit denen sie vertrieben werden. Damit ist sichergestellt, dass die Hard- und Software sauber zusammenarbeiten. OEM-Versionen sprechen andere Käufergruppen an. Die OEM-Versionen kommen ohne großartige Verpackung aus und besitzen ein sehr kleines Handbuch. Im Gegensatz dazu gibt bei den Handelsversionen eine große Verpackung und ein ausführlicheres Handbuch. Der größte Unterschied liegt aber darin, dass Microsoft keinen kostenlosen Support bei den OEM-Versionen übernimmt; dies macht der Verkäufer der Komponente, die man erworben hat. Wenn man z.B. einen Rechner mit vorinstallierten Windows Vista (=OEM) gekauft hat, übernimmt bei Problemen mit Vista der Hersteller des PCs die vorrangig die Aufgabe, diese Probleme zu lösen. Bei den Handelsversionen übernimmt vorrangig Microsoft den Support.

Folgende Übersicht zeigt die Unterschiede:

Handelsversion (=Retail)

Verpackung in Form einer Schachtel und großes Handbuch, Anspruch auf zweimaligen kostenlosen Support von Microsoft, nicht modifiziert, CD trägt Hologramm von Microsoft

OEM

Keine große und schöne Schachtel, kleines Handbuch, kein kostenloser Support über MS, abgestimmt auf System, mit dem die Version verkauft wird (enthält insbesondere nur die für das System benötigten Treiber)

Systembuilder

Vorgesehen für den Verkauf mit einem beliebigen System des Herstellers, keine Einschränkung, keine große und schöne Schachtel, kleines Handbuch, Vollversion ohne Einschränkungen mit Anspruch auf zweimaligen kostenlosen Support beim Hersteller, CD trägt Hologramm von Microsoft

Recoveryversion

Nicht eigenständig lauffähige Version, dient der Systemwiederherstellung, keine große und schöne Schachtel, kleines Handbuch, Support übernimmt Hersteller des Gerätes, CD trägt Aufdruck des Herstellers

Gelabelt

Modifizierte Version, die auf das entsprechende System, mit dem sie geliefert wurde, abgestimmt ist, CD trägt Aufdruck des Herstellers des Gerätes, CD trägt Aufdruck des Herstellers, Support übernimmt der Hersteller des Gerätes

Nachfolgend exemplarische Bilder der Versionen:

Windows 95 OEM-Version

Bild:Win95oem.jpg


Media Center Edition Recovery Version (gelabelt)

Bild:Oemrec2000cd.jpg


Windows 98 Handelsversion

Bild:Cd win98se.jpg

Die Bilder wurden freundlicherweise von Winhistory.de zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen und Bilder finden sich unter [1] diesem Link.


Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes dürfen OEM-Versionen nicht ausschließlich gebündelt verkauft werden, sondern auch einzeln. D.h., man kann diese Versionen - sofern sie der Händler im Sortiment hat - frei erwerben. Der Preis liegt dabei deutlich unter dem der Handelsversionen. Man verzichtet dann unter anderem auf das oben geschilderte, ausführlichere Handbuch und eine ansprechende Verpackung.

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