Partitionierung

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Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet "partitionieren" ?

Durch Partitionieren wird eine Festplatte in mehrere Partitionen / Stücke geteilt.

Dadurch ist unter Umständen eine bessere Nutzbarkeit der Festplatte möglich. Beispielsweise kann ein Bereich für Daten und einer für das Betriebssystem angelegt werden.

Vorsicht !

Das Thema setzt gewisse Kenntnisse im Umgang mit dem PC voraus und kann bei Nichtbeachten der Hinweise im einfachsten Fall zu Datenverlust und im schlimmsten Fall bei unsachgemäßer Anwendung der Tools / Programme zu einer Zerstörung der Festplatte führen.

Egal, ob man sein System komplett neu aufspielt oder "nur mal eben" zusätzliche Partitionen einrichtet:

Datensicherung auf einem externem Medium ( Festplatte, USB-Stick etc.) durchführen oder auf DVD/CD brennen.

Sinn oder Unsinn der Partitionierung

"Früher" war die Geschwindigkeit bzw. eher die Langsamkeit der Festplatten sowie der Fragmentierungsgrad der Daten auf der Platte ein Kriterium um einen Datenträger aufzuteilen und so einen zügigeren Zugriff auf die gespeicherten Daten zu erhalten. Dieser Punkt ist mit der heutigen Geschwindigkeit der Festplatten nebensächlich geworden.

Heutzutage sorgt eher die Größe der aktuellen Festplatten (> 700 GB) dafür, dass der User die gespeicherten Daten im Wust der angelegten Ordner, Unterordner sowie Unter-Unterordner aus dem Blick verliert.

Die Partitionierung lässt hierbei eine Festplatte größentechnisch besser nutzen. Durch sinnvolle Trennung der System- und der Benutzerdaten bzw. verschiedener Datei- und Betriebssysteme auf einer Festplatte behält man bei großen Datenmengen bzw. unterschiedlicher Betriebssysteme ggf. eher den Überblick. Man erhält eine sichtbare Trennung von verschiedenen Dingen.

Es ist es außerdem möglich, bei einem "Multiuser-System" für jeden Nutzer eine eigene Partition zu erstellen, über die er dann selbst verfügen kann.

Pro und Contra

Pro Partitionierung:

  • Mehrere Betriebssysteme:

Partitionen erlauben es mehrere Betriebssysteme auf einer Festplatte zu installieren.

  • Dateisysteme:

Da jede Partition ihr eigenes Dateisystem besitzt, können durch Partitionierung verschiedene Dateisysteme auf einem physikalischen Datenträger angelegt werden.

  • Organisation:

Man kann seine Daten dem Zweck nach in verschiedenen Partitionen speichern. So können die Daten des Systems, die Anwendungsprogramme und die Benutzerdaten auf unterschiedlichen Partitionen liegen, was beispielsweise Datensicherungen erleichtert.

  • Datensicherheit:

Sollte das Dateisystem einer Partition Fehler aufweisen, so sind die anderen Partitionen nicht davon betroffen. Des Weiteren verhindert ein Auftrennen der Ablage von z.B. Programmdaten und Downloads, dass ein heruntergeladenes Virus wichtige Daten oder sogar das Betriebssystem befällt. Ebenso sorgt ein Bootvirus "nur" für den Verlust der Start-/Bootpartition; die Daten liegen ggf. weiterhin unbehelligt vom Virenbefall auf einer eigenen Partition.

  • Systemsicherheit:

Unter vielen Unix-Systemen ist es möglich, auf einzelnen Partitionen bspw. ausführbare Dateien zu verbieten.

Contra Partitionierung:

  • "Denkarbeit" und Zeitaufwand zur Einrichtung der neuen Struktur der Festplatte(n) erforderlich.
  • Vom Hersteller vorgegebene Recovery-/Wiederherstellungsfunktion für das Betriebssystem und die Programme lässt sich nicht mehr verwenden, bzw. würde die durch den User selbst erstellte Struktur zerstören.

Kann ich meine Festplatte neu partitionieren ?

Die Frage kann man mit JA beantworten,

  • wenn das Betriebssystem auf dem PC komplett neu eingerichtet werden soll oder
  • wenn die vorhandene Datenmenge es zulässt, dass das vorhandene Laufwerk / die Partition verkleinert werden kann um anderen, neuen Partitionen Platz zu schaffen.

Das Thema setzt gewisse Kenntnisse im Umgang mit dem PC voraus und kann bei Nichtbeachten der Hinweise im einfachsten Fall zu Datenverlust und im schlimmsten Fall bei unsachgemäßer Anwendung der Tools / Programme zu einer Zerstörung der Festplatte führen.

Egal, ob man sein System komplett neu aufspielt oder "nur mal eben" zusätzliche Partitionen einrichtet:

Datensicherung auf einem externem Medium ( Festplatte, USB-Stick etc.) durchführen oder auf DVD/CD brennen.

Gedanken im Vorfeld einer möglichen Partitionierung

Partitionierung in der Praxis

Bevor man sich der Aufgabe hingibt, wie wild Partitionen auf dem zur Verfügung stehenden Datenträger(n) zu erstellen, sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Welche(s) Betriebssystem(e) will ich nutzen?
  • Welches Partitionierungsprogramm setze ich dafür ein?
  • Wie viel Platz wird / werden das Grundsystem / der virtuelle Arbeitsspeicher / die Programminstallationen benötigen?
  • Will ich Betriebssystem, Programme und Daten voneinander trennen ?
  • Habe ich meine (wichtigen) Daten schon gesichert ?

Beispiel

Ein mögliches Szenario / Beispiel für die Aufteilung eines oder mehrerer Datenträger:

 C:\Windows XP
 D:\Windows Vista
 E:\Windows 7 Beta
 F:\Programme
 G:\Spiele
 H:\Ablage ( für z.B. Daten, Download etc.)
 I:\Swap ( Windows-Auslagerungsdatei )

Um es exzessiv zu betreiben, könnte man sich ggf. noch Gedanken machen,, Partitionen für Images, Systemsicherungen oder der Ablage der Installationsversionen der eigenen Programme auf der Festplatte anstelle der DVD`s/CD`s anzulegen.

Abzüglich der Laufwerksbuchstaben A: und B: (Disketten) sowie des DVD-Brenners ( Z: ?) bliebe mit den Buchstaben C: bis Y: noch genügend "Spielmasse" um sich auszutoben.

Begriffserläuterungen

Partition

Eine Partition ist ein Teil einer Festplatte, die wie ein separater Datenträger funktioniert. Separate, formatierte Partitionen nutzen den Arbeitsspeicher und den Speicherplatz des Computers gemeinsam. Partitionen ermöglichen hierbei z.B. die Installation von mehreren Betriebssystemen. Um mit einer Festplatte arbeiten zu können, müssen erst Partitionen angelegt werden, die anschließend mit einem Dateisystem formatiert werden müssen.

Die einfachste Art der Partitionierung ist, nur eine Partition zu erstellen, die sich über die ganze Festplatte erstreckt. Die meisten Betriebssysteme benötigen Partitionen, um auf die Daten eines Datenträgers zugreifen zu können.

Partitionstabelle

Die Definition der Partitionen erfolgt in der Partitionstabelle des Datenträgers. Dabei werden lediglich die Informationen über Start, Länge, Bootfähigkeit und Typ, beziehungsweise Dateisystem der Partitionen, vermerkt. Die z.Zt. maximale Größe einer Partition entspricht 2 TiB (~ 2199 GB).

In die Partitionstabelle können maximal vier Partitionen eingetragen werden.

Logische und erweiterte Partitionen

Man unterscheidet logische und erweiterte Partitionen. Nur von logischen Partitionen kann gebootet werden.

Die Partitionen werden unter DOS und Windows mit einem Laufwerksbuchstaben angeben. A: und B: sind für Diskettenlaufwerke reserviert. Also ist die erste Partition immer C:, dort wird auch meist Windows installiert.

System- und Startpartition

Systempartitionen und Startpartitionen sind Bezeichnungen für Partitionen auf einer Festplatte, die zum Starten von Windows verwendet werden. Diese "technischen" Begriffe sind insbesondere dann wichtig, wenn auf dem Computer mehrere Betriebssysteme installiert sind (auch als Dualboot-oder Multiboot-Konfiguration bezeichnet).

Die Systempartition enthält alle hardwarebezogenen Dateien, die dem PC mitteilen, von wo aus das Betriebssystem (i.d.R. Windows) gestartet wird.

Eine Startpartition ist eine Partition, welche die Windows-Betriebssystemdateien enthält, die sich im Windows-Dateiordner befinden. Im Allgemeinen, und insbesondere wenn auf dem Computer nur ein Betriebssystem installiert ist, handelt es sich bei Systempartition und Startpartition um die gleiche Partition.

Wenn auf dem PC eine Multiboot-Konfiguration installiert ist, verfügt man über mindestens zwei Startpartitionen.

Mit einem weiteren Begriff, der aktiven Partition, wird beschrieben, welche Systempartition (und daher welches Betriebssystem) der Computer zum Starten verwendet. Weitere Informationen dazu folgen später im Artikel unter " Partition als aktiv markieren".

Wenn man den PC einschaltet, werden die auf der Systempartition verwendeten Informationen zum Starten verwendet.

Auf einem Windows-basierten Computer ist, auch wenn auf dem Computer verschiedene Windows-Betriebssysteme installiert sind, nur eine Systempartition vorhanden.

Nicht-Windows-Betriebssysteme verwenden andere Systemdateien. Wenn auf einem Multiboot-Computer ein Nicht-Windows-Betriebssystem installiert ist, befinden sich die dazugehörigen Systemdateien i.d.R. getrennt von der Windows-Systempartition auf einer eigenen Partition.

Primäre und erweiterte Partition

Eine primäre Partition wird auf einer Festplatte erstellt und kann ein Betriebssystem hosten. Sie verhält sich, obwohl ein Teil einer ganzen Festplatte, wie ein physikalisch separater Datenträger.

Unter Windows kann man entweder

  • bis zu vier primäre oder
  • bis zu drei primäre und eine erweiterte Partition einrichten.

Eine erweiterte Partition sollte erstellt werden, wenn man mehr als vier Volumes (Speicherbereich der Festplatte) erstellen möchte.

Die erweiterte Partition könnte man von der Funktion her als einen "Container" bezeichnen, welcher, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Laufwerksbuchstaben (D: bis Z:), ein bis beliebig viele logische Laufwerke enthalten kann.

Die logischen Laufwerke haben hierbei dieselbe Funktion wie primäre Partitionen, sie können jedoch nicht für den Start eines Betriebssystems verwendet werden.

Die meisten Betriebssysteme benötigen eine primäre Partition, um von einem Datenträger booten zu können.

Logisches Laufwerk

Ein logisches Laufwerk ist eine Partition, welche vom Betriebssystem wie ein physikalisches Laufwerk (Buchstabe vergeben) behandelt werden kann. Obwohl der Begriff eigentlich sowohl die primären Partitionen als auch die Partitionen in der erweiterten Partition einschließt, wird er jedoch häufig nur als Bezeichnung für die logischen Partitionen der erweiterten Partition verwendet.

Partition als aktiv markieren

Das Markieren einer Partition als aktiv sollte aufmerksam erarbeitet werden.

Wenn man eine Partition auf einer Festplatte als aktiv markiert, verwendet der Computer auf dieser Partition das Ladeprogramm, um das Betriebssystem zu starten.

Achtung: Enthält eine als aktiv markierte Partition kein Ladeprogramm für ein Betriebssystem, ist der Computer nicht mehr einsatzbereit.

Beachten:

  • Nur eine primäre Partition kann als aktiv markiert werden; kein logisches Laufwerk oder keine erweiterte Partition.
  • Es ist maximal eine aktive Partition pro Festplatte möglich.
  • Wenn mehrere Festplatten in dem Computer eingebaut sind, kann auf jeder dieser Festplatten jeweils eine Partition als aktiv markiert werden. Der Computer wird jedoch über die aktive Partition gestartet, die sich auf der ersten Festplatte befindet, die das BIOS (Basic Input/Output System) des Computers erkennt.

Formatieren von Datenträgern und Laufwerken

Mit Formatieren bezeichnet man das Konfigurieren des Datenträgers mit einem Dateisystem, damit Windows Informationen auf dem Datenträger speichern kann.

Neu eingerichtete Festplatten / Laufwerke / Partitionen müssen vor der Verwendung formatiert werden, da ansonsten kein Laufwerksbuchstabe zugewiesen wird.

Exkurs in Sachen Formate

  • FAT12 ist das Dateisystem welches auf Disketten von Windows verwendet wird.
  • FAT16 ist das Standarddateisystem bis Windows 98 SE, allerdings bietet sowohl Windows 95 als auch Windows 98 die Möglichkeit, die Datenträger im laufenden Betrieb auf Fat32 zu konvertieren. FAT16 sollte heutzutage möglichst nicht mehr verwendet werden.
  • FAT32 ist das Standarddateisystem bei Windows ME. FAT32 bietet eine gute Performance, aber auch starke Neigungen zur Fragmention. Größter Nachteil des Dateisystems, das sich gut für den Datenaustausch mit Linux eignet, ist die maximal mögliche Dateigröße von nur 4 GB. Unter Windows 2000 und Windows XP sollte
  • NTFS stattdessen verwendet werden, da NTFS viele Erweiterungen mit sich bringt (wie Journaling, Hardlinks, Sparse-Dateien, transparente Verschlüsselung sowie Kompression), wobei die wichtigste das Rechtemanagement sein dürfte. NTFS hat weniger Probleme mit Fragmention als FAT32.
  • ext2 ist ein Linuxdateisystem, das gute Performance mit Datensicherheit verbindet. Das Dateisystem ist durch intelligente Dateiablage kaum für Fragmention anfällig, solange ein zweistelliger Prozentbereich des Datenträgers frei bleibt.
  • ext3 ist der Journaling Aufsatz für ext2, deshalb sollte es ext2 vorgezogen werden, da bei einem Verlust der Datenintegrität fehlerhafte Dateiblöcke durch Journaling vielfach schneller entdeckt werden können, und so nicht die gesamte Dateistruktur auf fehlerhafte Dateiblöcke gescannt werden muss.
  • ReiserFS ist ein auf Performance ausgelegtes Journaling-Dateisystem und wird immer häufiger als Dateisystem von Linuxdistributoren empfohlen.
  • WinFS ist kein Dateisystem. WinFS ist eine datenbankartige Dateiverwaltung (Dateisystemerweiterung), die ursprünglich mit Windows Vista ausgeliefert werden sollte, mittlerweile ist klar, dass Windows Vista kein WinFS nutzen wird.

Einrichten von Dual- oder Multiboot-Systemen auf einem PC

  • Welches Betriebssystem ist das am meisten genutzte System?
  • Wie viel Platz brauchen die Betriebssysteme (mit ihren Programmen) ?

Wichtig:

  • Wähle für die Daten-/Ablage-Partition ein Format, welches alle Betriebssysteme lesen können.
  • Grundsätzlich ist es so, dass man bei einem Multiboot-System i.d.R. erst dass ältere und dann das neuere Betriebssystem installieren sollte, da auf diese Weise der Bootmanager automatisch aktualisiert wird.

Die Verfahrensweise wird in dem nachstehenden Artikel ausführlicher beschrieben. http://wiki.winboard.org/index.php/DualBoot_XP_Vista

Hier wird ebenso beschrieben, wie zu einem neueren Betriebssystem nachträglich auch ein älteres BS installiert wird.

Partitionieren mit Windows-eigenen Mitteln

Partitionen kann man mit einem Partitionierungsprogramm oder dem windowseigenem Tool Datenträgerverwaltung anlegen.

Der Weg wird in dem nachstehenden Artikel recht gut beschrieben. http://wiki.winboard.org/index.php/Vorhandene_Partition_verkleinern_oder_erweitern

Programme wie z.B. Acronis PartitionExpert oder GParted sind ggf. leichter zu bedienen und/oder haben einen größeren Funktionsumfang.

Bekannte Partitionierungsprogramme

Empfohlen, weil recht intuitiv bedienbar und von den meisten Usern im Forum ohne große Probleme gehandhabt, wird das Tool GParted.

Einen Download gibt es hier : http://download.winboard.org/details.php?file=914].

  • GParted ist ein freies Partitionierungswerkeug in einer Linux-Umgebung, dass ebenfalls mit Microsofts FAT16, FAT32 und NTFS zurecht kommt. Um die Partitionsgrößen von Festplatten während des laufenden Betriebs ohne Datenverlust zu verändern, benötigt man Spezialtools, die einem dabei helfen. Genau hier setzt GParted ein. Mit dem Linux-Tool kann man Festplatten-Partitionen überprüfen, vergrößern, löschen und kopieren.

Daneben gibt es natürlich auch jede Menge andere Tools auf dem Markt. Auszugsweise sind, ohne Wertung, nachstehend ein paar benannt:

  • Acronis PartitionExpert
  • cfdisk ist ein in der Praxis häufig benutztes Linuxkonsolenprogramm zur Partitionierung, das sich durch einfache Handhabung auszeichnet.
  • Disk Director ist das Partitionierungsprogramm von Acronis. Das Programm eignet sich für alle oben vorgestellten Dateisysteme und bietet enorm viele Funktionen.
  • fdisk ist das Partitionierungsprogramm für Textumgebungen. Der Name wurde von der unter Unix üblichen Bezeichnung "fixed disk" für Festplatten abgeleitet. Microsoft hat sein Konsolenprogramm für die Partitionierung auch fdisk genannt.
  • Partition Magic ist ein (veraltetes) Partitionierungsprogramm von Symantec.
  • PS DOS ist ein kleines Partitionierungsprogramm für DOS, was zusätzlich auf eine Windows 98 Startdiskette passt.