Solid State Disk

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Eine Solid State Disk (SSD, auch Solid State Drive ) ist mit Halbleiter-Speicherchips bestückt und enthält, anders wie die klassischen Festplatten, keine rotierenden Scheiben mit magnetisierbarer Beschichtung.

Den Begriff "Festplatte" für eine SSD zu nutzen ist genau so falsch wie die Begriffe "Disk" und "Drive" irreführend sind. Um es ganz banal zu beschreiben könnte man sagen, dass SSDs "in Festplattengehäuse vebaute RAM-Module" sind.

Früher kamen häufig mit einem Akku gepufferte DRAMs zum Einsatz. Im Moment sind SSDs meistens mit nichtflüchtigem NAND-Flash-Speicher bestückt. Hierbei bieten die teureren Single-Level-Cell-(SLC-)NAND-Flashes insbesondere beim Schreiben eine meistens höhere Geschwindigkeit; sie verkraften auch eine größere Zahl von Lösch- beziehungsweise Schreibzyklen. Deutlich preiswerter dagegen sind die Multi-Level-Cell-(MCL-)NAND-Flashes. Dazu sind sie kompakter und ermöglichen so höhere Speicherkapazitäten.


Inhaltsverzeichnis

Schnittstellen

  • IDE ( ATA )
  • SATA (Serial ATA 1.5 Gbit/s; Serial ATA 3.0 Gbit/s; Serial ATA 6.0 Gbit/s)
  • PCI-Express (PCIe)
  • PCI Express Mini Card
  • USB


Bauformen

  • 1,8 Zoll
  • 2,5 Zoll
  • 3,5 Zoll
  • Steckkarte
  • USB-Stick


Einsatzgebiete

  • im Netbook / Notebook mit dem Vorteil der Gewichtsersparnis, geringeren Wärmeentwicklung sowie der Geräuschlosigkeit


Vorteile von Solid-State-Disks

  • keine Mechanik, sie arbeiten geräuschlos
  • höhere Stoßfestigkeit
  • geringes Gewicht ( 2,5 Zoll-Disk wiegt ungefähr 50 gr )
  • geringer Stromverbrauch
  • eine wesentlich geringere Wärmeentwicklung
  • schneller Datenzugriff
    • Klassische Festplatten benötigen zwischen 5 ms und 10 ms für die Ansteuerung der Schreib-/Leseköpfe auf die Ablageposition der Datensätze, der Flash-Speicher benötigt dafür etwa 0,1 ms bis 0,2 ms.
  • hohe Datentransferraten
    • SSD erreichen beim Lesen Höchstgeschwindigkeiten von über 200 MB/s, beim Schreiben von Daten in den SSD-Speicher über 100 MB/s.


Nachteile

  • hoher Gigabyte-Preis
  • geringeres Fassungsvermögen


Eine SSD mit 128 Gigabyte (GB) Fassungsvermögen liegt zum Zeitpunkt der Artikelerstellung bei einem Preis von 170 bis 250 Euro. Größere SSDs mit einem Fassungsvermögen um die 256 GB liegen dann auch mal zwischen 350 und 500 Euro. Klassische Festplatten kosten zwischen 50 Euro für 1 Terabyte (TB) und 150 Euro für 3 TB Speicherplatz.


Übertragungsraten am Beispiel einer OCZSSD2-2VTXE120G

Die Performance der SSD wird maßgeblich durch den Controller-Chip bestimmt. Insbesondere bei lesendem Datenzugriff bieten SSDs kürzere Latenzzeiten als klassische Festplatten, doch beim Schreiben benötigen manche SSDs längere Latenzzeiten. Nicht alle SSDs sind bei sequenziellen Zugriffen schneller als herkömmliche SATA-Platten, welche dank hoher Datendichte in ihren schnellsten Bereichen bei 3,5-Zoll-Laufwerken auch über 100 MByte/s liefern.

Die nachstehend aufgezeigten Werte stammen von einer OCZ Vertex2 - 2,5 Zoll - SATA - 128 GB Speicherplatz.

ATTO Disk Benchmark.PNG

Augen auf beim SSD-Kauf - Checkliste als Anhalt

  • Bauformen:

Die SSD-Modelle in 3,5-Zoll-Gehäusen, wie sie bei klassischen Festplatten der Standard sind, sind meist relativ lange am Markt und tendenziell eher veraltete Modelle aus der ersten oder zweiten SSD-Generation. Zudem lassen sich diese SSDs nicht in Notebooks montieren. Normalerweise also: Hände weg. Tip: Fokus legen auf SSDs im 2,5-Zoll-Format, welche sich über einen Montagerahmen auch sehr einfach in Notebooks und Desktop-PCs montieren lassen.

  • Kapazität

Die effektivste Verwendung einer SSD im System ist, wenn das Betriebssystem plus Anwenderdaten auf dem Laufwerk Platz finden. Große Programme und/oder Multimedia-Daten sollten weiterhin auf einer HDD gespeichert werden, wenn der Platz knapp wird. Tip: Die SSD sollte mindestens so viel Platz wie die Systempartition bzw. der Systemordner plus die Benutzerdaten bieten sowie einer Karenz von ca. 10 % freiem Speicherplatz.

  • Schnittstelle

Finger weg von SSDs mit einer veralteten UltraATA/DMA100-Schnittstelle. Diese Parallelschnittstelle (PATA) findet sich zwar auch heute noch auf nahezu allen Mainboards, ist aber deutlich langsamer als die aktuelle SATA-Schnittstelle. Tip: Bei aktuellen Desktop-PCs greift man zu SSD-Modellen mit der zukunftssicheren SATA-Schnittstelle. Hier darauf achten, dass Mainboard und SSD die gleiche Schnittstelle ( SATA I / SATA II ) nutzen.

  • Speicherzellen - SLC oder MLC

Der Zugriff auf die Speicherzellen einer SSD wird von den in den Laufwerken verwendeten Controllern mit zwei unterschiedlichen Zugriffsverfahren durchgeführt: Single Level Cell (SLC) oder Multi Level Cell (MLC). In beiden Fällen handelt es um Flash-Speicher, jedoch wird beim so genannten SLC-Verfahren pro Speicherstelle nur 1 Bit gespeichert, bei MLC dagegen mehrere. SLCs sind schneller und häufiger beschreibbar, aber auch deutlich teurer. Tip: Wenn ein paar Euro mehr als Budget zur Verfügung stehen zu einer SSD mit Single Level Cell greifen.


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