Tablet

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Ein Tablet ist ein äußerst flacher, in der Form und Größe ähnlich einer Schiefer-Schreibtafel aufgebauter Computer. Die Bezeichnung leitet sich auch von dieser Form ab. Aus dem englischen wie auch dem amerikanischen (US-engl.) übersetzt man Tablet mit Schreibtafel bzw. Notizblock.


Inhaltsverzeichnis

Hardware

Tablets sind drahtlos und batteriebetrieben. Die Kommunikation mit dem Internet kann über WLAN nach 802.11b/g über den WLAN-Router erfolgen oder auch über Surfsticks bzw. UMTS-Sticks mit HSPA-Verfahren über das Mobilfunknetz. Dazu erlauben sie in der Regel auch eine Kommunikation per Bluetooth.

Die Displays von Tablets haben in etwa die Größe eines DIN-A4-Blattes, die Auflösungen liegen bei 1.400 x 1.050 Pixel und höher bei einer Punktauflösung von 100 dpi und mehr.

Der Akku reicht in der Regel für einen Dauerbetrieb von mehreren Stunden. Dies unter anderem natürlich in Abhängigkeit der ein- bzw. ausgeschalteten stromfressenden Funktionen wie bspw. WLAN oder Bluetooth.

Tablet-Computer bestehen aus der Kombination einer geschlossenen (proprietären) Hardwarearchitektur und einem angepassten Embedded-Betriebssystem.

Als Hardware kommen verschiedene Prozessorarchitekturen, wie die x86- oder die ARM-Architektur, zum Einsatz.

Durch die angepassten Betriebssysteme ist der Bedarf an Speicherplatz und Hauptspeicher (RAM) geringer als bei vergleichbaren Netbooks. Anstelle einer Festplatte haben Tablets - abgesehen von einigen Tablets der Firmen Archos und Sony, welche auch mit Festplatte bzw. SSD ausgestattet verfügbar sind - Flashspeicher als Massenspeicher mit einer Größe von 10 GB bis 100 GB. Dazu bieten manche Tablets Slots für Speicherkarten um auf diesem Wege den Speicherplatz zu erweitern.

Da sie weder über Maus oder Tastatur verfügen, erfolgt die Bedienung über die Displayfläche, den sogenannten Touch- oder Multitouchscreen, per Finger.

Für die akustische Wiedergabe haben sie Lautsprecher und einen Anschluss für Kopfhörer. Manche sind mit Mikrofon und Videokamera ausgestattet.

Betrieben werden können sie in Hoch- und Querformat. Das erreicht man über einen Gyrosensor (Lagesensor), welcher dafür sorgt, dass der Bildschirminhalt automatisch der Lage entsprechend ausgerichtet ist.

Software

Wegen der nicht vorhandenen Tastatur und Maus verwenden Tablets Anwendungen (Apps), welche mit den Fingern aufgerufen und bedient werden können. Dazu zählen u.a. die Wiedergabemöglichkeiten von Fotos, Videos und Musik ebenso wie Computerspiele und Internet-Anwendungen. Dazu funktioniert es auch als elektronisches Lesegerät für E-Books (elektronische Bücher).

Betriebssystem

Die Stärke eines Tablets hängt unter anderem vom eingesetzten Betriebssystem ab. Apples iOS und Android von Google kämpfen hier zur Zeit um die Vorherrschaft für den mobilen Einsatz.

Die Wahl des Betriebssystems beeinflusst Bedienung, Software-Verfügbarkeit und Nutzungsmöglichkeiten der Geräte. Der Käufer selber hat keine freie Betriebssystemwahl. Er entscheidet sich mit dem Kauf eines Tablet auch für das darauf installierte Tablet-OS und kann dieses in der Regel nicht ändern/wechseln. Als Betriebssysteme kommen dabei etwa das iOS von Apple, angepasste Linux-Systeme wie Android von Google, MeeGo, QNX, Windows RT/Windows 8 oder auch HPs webOS zum Einsatz.

IOS von Apple war lange Zeit der Marktführer im Tablet-Markt. Es kommen aber immer mehr Alternativen zu Apples iPad-Reihe auf den Markt, die Google Android den Vorzug geben. So haben zur Zeit vor allem das Google Nexus Tablet und die neuen Tablets von Samsung technisch aufgeholt und zeigen, dass auch Android als Betriebssystem-Plattform für Tablets eine solide und gute Basis bildet. Der Marktanteil von Android bei Tablets hat sich innerhalb der letzten Monate deutlich erhöht. Microsoft möchte sich mit Windows 8 ebenfalls auf Tablets etablieren, rangiert aber noch als Außenseiter.

Offene oder geschlossene Systemarchitektur

Ähnlich wie es auch bei Windows und Mac OS X der Fall ist verfolgen Android und iOS auf dem Tablet zwei grundverschiedene Ansätze. IOS steht als geschlossenes System, bei dem Apple die vollständige Kontrolle über Hardware, Software und Services behält. Zugriff auf die Dateisystemebene erhält man bei iOS generell nicht, es sei denn man cracked das System. Wie auch beim iPhone und dem iPad bildet die Hardware zusammen mit iOS, Apple-ID, App- und Medien-Shop, iTunes-Schaltzentrale sowie iCloud-Onlinespeicher einen in sich geschlossenen Apple-Kosmos mit strikten Regeln. In iOS kommt man um einen Datenaustausch mit iTunes derzeit nicht herum. Videodaten müssen bei iOS erst entsprechend konvertiert werden – oder man nutzt Media-Player-Apps von Drittanbietern.

Android steht dagegen als offenes System, welches Hardware-Hersteller für ihre Tablets nutzen und nach ihrem Geschmack optimieren können. Auch ein Datenabgleich/-transfer ist hier wesentlich einfacher. So wird nur ein USB-Kabel benötigt um Bilder, Musik und Videos vom PC auf das Tablet - oder umgekehrt - zu kopieren. Dateimanager-Apps auf dem Tablet erleichtern auch ohne PC die Arbeit Dateien und Ordner zu organisieren. Bei den unterstützten Dateiformaten zeigt sich Android ebenso offen und spielt bspw. Videos mit den gebräuchlichen Endungen AVI oder MKV ohne Spezial-Apps ab.

Einsatzbereich

Zielrichtung der Tablets ist "klein, handlich und günstig". Sie sind ebenso wie die Netbooks weniger als Ersatz für ein vollwertiges Notebook gedacht, sondern sollen vielmehr als "portables Gerät für unterwegs". Entscheidender Unterschied zum Netbook ist die hier fehlende Tastatur und der daraus resultierende Gewichtsvorteil.

Office-Anwendungen lassen sich hier nur sehr eingeschränkt bedienen, da die Tastatur auf dem Display eingeblendet wird und somit die verfügbare Sichtfläche für den Text und/oder Charts sehr begrenzt wird.

Geräteauswahl

Anders wie bei Google Android hat man bei iOS kaum Auswahl hinsichtlich der Tablets und ist auf die wenigen von Apple angebotenen iPad-Modelle beschränkt. Wer sich für Android entscheidet, hat im Moment wesentlich mehr Auswahl bei den Geräten. Hier bringen bspw. Asus, Acer, Google, Medion und Samsung Tablets mit Android-Betriebssystem heraus.

So kann man sich in Bezug auf Bildschirmgröße, Gehäuseform, Anschlüsse, Kamera, Prozessor und Speichergröße das optimale Gerät auswählen.

Positiv wirkt sich die Konkurrenz auch beim Preis aus. Weniger gut ausgestattete Noname-Tablets auf Android-Basis werden für unter zweihundert Euro angeboten. Hier sollte sich der Anwender dann ausführlich darüber informieren, ob ihm die Ausstattung und Verarbeitung ausreichend sind.