Boot-Loader

aus WB Wiki; freien Wissensdatenbank rund ums Thema Computer
Version vom 3. Januar 2009, 23:21 Uhr von Uese (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Boot-Loader ist das erste, kleine Softwareprogramm, welches ein Computer beim Booten von einem Datenträger (Festplatte, Stick, Diskette u.ä.) ausführt.

Er gehört seit Windows NT 4 zum Lieferumfang der Windows-Versionen NT 4 / 2000 / XP und startet die installierten Windows-Versionen.

Aufbau des Bootloaders

Der Bootloader schreibt sich auf die erste (sichtbare) primäre Partition (üblicherweise Laufwerk C:) des Systems. Dies auch, wenn das Betriebssystem an sich auf einer anderen Partition (Laufwerk) installiert wurde.

In diese erste Systempartition wird der Startcode bei der Installation in den Bootsektor geschrieben. Der Startcode ruft beim Hochfahren automatisch das Programm "ntldr" auf, welches dann erst die Datei "ntdetect.com" startet und dann die Datei "boot.ini" auswertet/abarbeitet.

Aufbau der boot.ini

In der Boot.ini ist aufgelistet, welche Betriebssysteme der Bootloader von welcher Stelle starten soll/kann:

Eine "normale" Boot.ini sieht wie folgt aus:

  [boot loader]
  timeout=30
  default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS
  [operating systems]
  multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Microsoft Windows XP Home" /fastdetect

* timeout

Ablauf eines Zählers (=timeout) in Sekunden, nach dem Windows automatisch gestartet wird, der Wert kann individuell angepasst werden, um z.B. die Startzeit zu verkürzen.

* default

Der Eintrag "default" gibt das Betriebssystem an, welches nach Ablauf des Zählers (=timeout) automatisch gestartet wird. Finden sich mehrere Einträge unter "operating systems", macht der Eintrag "default" Sinn.

* operating systems

Der Eintrag "operating systems" beinhaltet alle Betriebssysteme, welche zum Zeitpunkt der Einrichtung des Bootloaders im System gefunden werden. Die Einträge lassen sich allerdings auch nachträglich erweitern.

* Partitionsangabe

Die Partitionsangabe erfolgt nach den so genannten Advanced RISC Computing (ARC) Spezifikationen.

  multi(A)disk(B)rdisk(C)partition(D)\WINDOWS="NAME" 

Für die meisten Systeme ist bei multi(A) und disk(B) der Wert "0" Standard.

Der Eintrag rdisk(C) gibt das Laufwerk an. Gezählt wird ab "0".

Der Eintrag partition(D) gibt die Partition an. Windows nummeriert hierbei die Partitionen auf einer Festplatte nach Typ und nicht fortlaufend. Beginnend mit "1" werden zuerst die primären und dann die logischen Laufwerke durchgezählt.

Beispiel:

Wird Windows auf einer Festplatte mit einer primären und einer erweiterten Partition, in welcher sich 2 logische Laufwerke befinden, auf das erste logische Laufwerk installiert -> D=2, dann sieht das so aus:

  multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(2)\WINDOWS="Windows XP" /fastdetect

Wird nun nachträglich die Reihenfolge der Partitionen verändert, z.B. eine 2. primäre Partition vor dem erweiterten Laufwerk angelegt, verschiebt sich auch der Platz der oben genannten Installation auf D=3. Wird die Boot.ini jetzt nicht angepasst, kann der Bootloader das System nicht mehr starten.