Windows 8 Befehle für die Eingabeaufforderung

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Version vom 6. Juli 2013, 19:44 Uhr von Erli (Diskussion | Beiträge)

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Um bei Windows 8 die meisten Einstellungen vorzunehmen, reicht in der Regel die grafische Windows-Oberfläche vollkommen aus. Für spezielle bzw. direkte Änderungen kann man auch Befehle mittels der Eingabeaufforderung nutzen, wobei bei vielen längere Klickwege entfallen würden.

Als erstes muss man in die Kommandozeilen-Ebene gelangen. Einige der später folgenden Befehle benötigen aber Administrator-Rechte, welche den Start der Eingabeaufforderung im Administratormodus voraussetzen. Um das zu erreichen sucht man nach "cmd" und öffnet diese Datei mittels Rechtsklick "Als Administrator ausführen". Anschließend wird die darauf folgende Abfrage noch mit "JA" bestätigt und schon befindet man sich im Kommandozeilenmenü mit Administratorrechten:


01 cmd admin.jpg


assoc

Über den assoc-Befehl werden die Programme angezeigt, welche für das Öffnen von bestimmten Dateien zuständig sind. Beispielsweise gibt der Befehl „assoc.pdf“ an, dass die PDF-Dateien in unserem Fall über den Acrobat Reader geöffnet werden.


02 assoc.jpg


color

Wer es gerne etwas bunter in der Kommandozeilenebene möchte, der kann zum Beispiel mit dem Befehl „color 4“ seine Textfarbe in Dunkelrot gestalten. Möglichkeiten gibt es wirklich viele, wichtig ist nur das Leerzeichen zwischen color und dem darauf folgenden Parameter. Wählbar sind die Ziffern 0 bis 9 und die Buchstaben A bis F. Auch Kombinationen aus Ziffern und Buchstaben sind durchaus möglich.


02 Color.jpg


driverquery

Für alle User, die gerne alle speziellen Informationen über ihre Treiber wünschen. Mit dem Befehl „driverquery /?“ kann man sich genauere Kommandobefehle anzeigen lassen, welche noch tiefer in die Materie vordringen.


tasklist

Über den Befehl „tasklist“ werden alle Prozesse angezeigt, die momentan auf dem Rechner aktiv sind und Speicher nutzen, ähnlich wie beim Task Manager in der grafischen Umgebung.


ping

Um zu überprüfen, ob eine Website noch erreichbar ist, prüft man mit dem Kommandozeilen-Befehl „ping“. Als Beispiel kann man „ping google.de“ eingeben und erhält eine Übersicht, in der die gesendeten, empfangenen und verloren gegangenen Datenpakete angezeigt werden.


05 ping.jpg


diskmgmt.msc

Über den Befehl „diskmgmt.msc“ kommt man auf recht schnellem Weg in die Datenträgerverwaltung, wo man Partitionen anlegen, verkleinern, vergrößern oder löschen kann.


eventvwr

Der Befehl „eventvwr“ öffnet die Ereignisanzeige, worüber man Infos zu Windows-Fehlern erhält. Falls ein Programm abstürzt, kann man über diese Anzeige den Fehler analysieren.


inetcpl.cpl

Über „inetcpl.cpl" gelangt man in die Internetoptionen, über die man den Internet Explorer seinen Vorlieben anpassen kann. So kann dort die Startseite geändert werden, oder der Browserverlauf gelöscht werden.


iexpress

Sobald man mehrere Dateien oder Bilder per E-Mail versenden möchte, wird ein selbst-entpackendes Archiv empfohlen. Um ein solches Archiv zu erstellen, gibt man „iexpress“ ein und kann den weiteren Anweisungen folgen.


defrag

Defragmentiert die Festplatte(n) und besitzt deutlich mehr Funktionalität als das grafische Pendant (das aber auf diese Funktion zurückgreift) was man im Kontextmenü der Laufwerke erreicht. Die Befehlszeile: "defrag /c /m /o /u" würde alle Volumes parallel defragmentieren und für jeden Medientyp (SSD, Festplatte) die jeweils gültige Optimierungsmethode wählen. Der Optimierungsfortschritt wird auf dem Bildschirm ausgegeben.


regedit

Der Befehl „regedit“ ist nur etwas für Profis, und sollte mit Vorsicht genutzt werden. Über diesen Befehl kommt man in den Registrierungs-Editor und kann dort das Windows seinen eigenen Bedürfnissen anpassen. So lassen sich beispielsweise Programme zum Autostart hinzufügen oder entfernen.


regedit /m

Sobald der Registrierungs-Editor bereits läuft, funktioniert es nicht, ein zweites mal den Befehl „regedit“ auszuführen. Doch falls man doch noch ein zweites Fenster benötigt, ist der Befehl „regedit /m“ sehr hilfreich und öffnet das gewünschte zweite Fenster.


recimg

Erstellt ein Wiederherstellungsimage der aktuellen Windows Konfiguration, welches unabhängig vom Herstellerimage existiert und es erlaubt den Rechner über "Auffrischen" auf einen selbst definierten Systemzustand zu setzen. Mit dem Befehl: "recimg /createimage "d:\backup" würde Recimg im Verzeichnis "D:\Backup" die Datei CustomRefresh.wim anlegen und diese als Image für die Wiederherstellung registrieren. Es können auch mehrere Images nebeneinander existieren, man muss dann bei der Erstellung aber jedes mal ein eigenes Verzeichnis angeben, in dem das Image gespeichert werden soll. Der Dateiname ist fest vorgegeben und kann nicht geändert werden, deshalb ist eine solche Angabe nicht zulässig - die Angabe eines Dateinamens würde daraus einen Ordner machen. Um ein anderes Image nutzen zu können, muss man dieses mit dem Befehl: "recimg /setcurrent "Laufwerk\Pfad"" für die Wiederherstellung registrieren. Mit dem Befehl "recimg /showcurrent" kann man nachsehen, welches Image derzeit das aktuell registrierte Image ist.


winsat

Mit dem Befehl „winsat“ gelangt man in ein Systembewertungstool, welches für Festplatten, Grafikkarten, CPU und das restliche System gilt. Mit dem Befehl „winsat -?“ bekommt man alle Möglichkeiten aufgezeigt, mit welchen Parametern man welchen Test starten kann.


diskpart

Das Kommandozeilentool zur Verwaltung der Datenträger. Es besitzt ungleich mehr Funktionalität als die Datenträgerverwaltung, dessen grafisches Pendant. Damit lassen sich z.B. Festplatten komplett löschen, so dass sie von Windows als fabrikneu erkannt werden. Dabei kann man auch alle Sektoren der Platte auf "Null" setzen.


mblctr

Laptopbesitzer können mit dem Befehl „mblctr“ das Windows-Mobilitätscenter aufrufen, worüber beispielsweise die Bildschirmhelligkeit oder die Lautstärke von Windows geregelt werden kann.


optionalfeatures

Windows kommt zu Beginn mit etlichen Boardmitteln, wie dem Internet Explorer, Windows Media Player und so weiter. Es gibt aber einige User, die gerne mit anderem Programmen arbeiten und die es stört, wenn der Internet Explorer u.a. wortwörtlich immer wieder dazwischen funken. Mittels dem Befehl „optionalfeatures“ gelangt man in die Windows-Features, womit man per Häkchen unerwünschte Komponenten entfernen kann. Meistens muss das mit einem Neustart das Betriebssystems bestätigt werden. Auch wenn es einmal Probleme mit installierten Programmen geben sollte, beispielsweise dem Windows Media Player, so kann man diesen deaktivieren, und nach einem Neustart das entfernte Häkchen wieder neu setzen. Nach wiederholtem Neustart funktionieren diese Programme dann wieder korrekt.


rundll32 inetcpl.cpl ResetIEtoDefaults

Sollten die Einstellungen des Internet Explorers einmal fehlerhaft sein, lässt sich alles über diesen Befehl „rundll32 inetcpl.cpl ResetITtoDefaults“ auf die Standardwerte zurücksetzen.

Dazu muss ein Häkchen bei „Persönliche Einstellungen löschen „ gesetzt werden.

Empfohlen ist ebenfalls, den Verlauf inklusive Cookies zu entfernen.


ipconfig /all

Sollte man einmal schnell eine ausführliche Auflistung sämtlicher Netzwerk-Daten benötigen, so erhält man diese mit dem Befehl „ipconfig /all“


shutdown

Der meist gebrauchte Befehl! Denn mit dem kann man Windows herunterfahren, auch zeitgesteuert, in seine Energiesparmodi versetzen oder sogar den kompletten Neustart veranlassen. Außerdem erlaubt es "shutdown", mit einem Mausklick in das Menü mit den erweiterten Startoptionen zu kommen. Legt man sich Verknüpfungen mit den verschiedenen Befehlen ins Startmenü oder auf den Desktop, dann hat man einen schnellen Zugriff auf alle Optionen zum Beenden von Windows 8.


cleanmgr

Möchte man die Datenträgerbereinigung starten, welche unnütze Daten, Wiederherstellungspunkte und den Ordner windows.old (sofern vorhanden) löscht, kann man dies mit dem Befehl „cleanmgr“ umsetzen.


msconfig

Mit dem Start von Windows werden auch bereits installierte Programme, die vielleicht aber nicht mehr so oft benötigt werden, mit gestartet. Das hat zu Folge, dass Windows mit der Zeit immer langsamer wird und sich dessen Start verzögert. Mit dem Befehl „msconfig“ gelangt man in die Systemkonfiguration, wo man über den Reiter „Systemstart“, Taskmanager auf den Reiter „Autostart“ gelangt. Dort kann man die Häkchen aller nicht im Autostart gewünschten Programme entfernen. Dadurch startet Windows merklich schneller, die Programme bleiben dennoch nutzbar, wobei sich der Zugriff auf einzelne Programme etwas verlängern kann, da Windows diese nicht mehr in den Zwischenspeicher lädt.


bcdedit

Ein sehr mächtiges und bei richtiger Benutzung auch sehr nützliches Kommandozeilentool. Damit lässt sich der Bootmanager von Windows so konfigurieren, dass er z.B. ohne wenn und aber in den abgesicherten Modus bootet. Die Befehlszeile "bcdedit /set safeboot minimal" würde diesen Modus setzen. Windows wird dann solange in diesen Modus gezwungen, bis man diese Einstellung in einer Eingabeaufforderung mit dem Befehl: "bcdedit /deletevalue safeboot" wieder entfernt.


fsutil

Wenn man eine SSD-Festplatte besitzt ist man womöglich schon einmal über den TRIM-Befehl gestolpert. Dieser sorgt dafür, dass die SSD im Laufe der Zeit nicht langsamer werden soll. Mit dem Befehl „fsutil behavior query disabledeletenotify“ lässt sich prüfen ob TRIM eingeschaltet ist. Wird als Ergebnis eine 0 ausgegeben, ist TRIM aktiv, bei einer 1 inaktiv.

Möchte man TRIM einschalten, reicht der Befehl „fsutil behavior set disabledeletenotify 0“.

Des Weiteren kann man mittels „fsutil behavior set disablelastaccess 1“ das Speichern des letzten Zugriffs auf eine Datei unterbinden. Denn Windows speichert jedes Mal intern ab, wann zuletzt auf eine Datei zugegriffen wurde, wodurch die Festplatte unnötig belastet wird.


services.msc

Um Windows zu entlasten und schneller zu machen, kann man auch unnötige Dienste deaktivieren. Mittels dem Befehl „services.msc“ gelangt man in einen Menü, wo sich per Doppelklick diverse Dienste wie die Druckerwarteschlange deaktivieren lässt, insofern man keinen Drucker angeschlossen hat. Doch Vorsicht: unbedachte Änderungen können arge Probleme verursachen. Es sollten wirklich nur Dienste deaktiviert werden, von denen man genau weiß, was sie auch bewirken.


cipher

Gelöschte Daten im Papierkorb werden nicht gänzlich von der Festplatte entfernt und sind über spezielle Datenrettungstools teilweise wieder herstellbar. Mit dem Befehl „cipher /w:C:“ werden bereits entfernte Daten endgültig gelöscht, womit Dritte keine Möglichkeit mehr haben, an diese Daten heranzukommen.


06 cipher.jpg


perfmon

Mit „perfmon“ kann man die Leistungsüberwachung von Windows starten. Darüber lässt sich analysieren, wie schnell der Rechner ist und in welchen Fällen seine Leistung einbricht. Anhand eines grafischen Protokolls lässt sich ablesen, inwieweit das Betriebssystem und installierte Programme den Arbeitsspeicher belasten.


getmac

Jedes Gerät, welches Internetfähig ist, besitzt eine eineindeutige Adresse, die so genannte MAC-Adresse (Media Access Control). Dadurch wird jedem Gerät eine weltweit einzigartige Adresse gegeben. Mittels des Befehls „getmac /V“ erfährt man die MAC-Adresse des Netzwerkadapters, welcher im Computer arbeitet. Ein Beispiel für den Gebrauch dieser Adresse ist, wenn man im Router den Netzwerkzugriff eines bestimmten Rechners per MAC-Filter unterbinden möchte.


nslookup

Hiermit kann man ermitteln, welche IP-Adresse hinter einer Webseite steckt. Um die IP von unserem WinBoard-Forum herauszubekommen, gibt man einfach den Befehl „nslookup www.winboard.org“ ein.


powercfg

Gerade für Notebooks interessant, kann man mittels dem Befehl „powercfg –energy –output C:\Users\Ihr Benutzername\Desktop\energiebericht.html“ einen Energieeffizienzbericht auf dem Desktop anlegen. Nach einem Doppelklick auf die neu erstellte Datei lassen sich Informationen zu Energieeinstellungen von Windows sowie Warnungen zu Programmen, welche den Prozessor besonders belasten, anzeigen.


07 powercfg.jpg


sfc /scannow

Sollten einmal Systemdateien im Windows fehlerhaft sein, kann man mittels dem Befehl „sfc /scannow“ Windows prüfen und im Zweifel defekte Systemdateien gleich austauschen lassen. Für diesen Befehl ist es notwendig, die Windows-DVD parat zu halten, falls Windows Reparaturen durchführen muss.


recdisc

User, die über keine Windows-DVD mehr verfügen, können mittels dem Befehl „recdisc“ einen Systemreparaturdatenträger anfertigen lassen. Falls Windows nicht mehr starten sollte wird diese DVD eingelegt und Windows ermittelt und behebt vorhandene Start-Probleme ganz von alleine.


charmap

Mit dem Befehl „charmap“ wird einem die Zeichentabelle von Windows angezeigt, worin sich auch die Sonderzeichen befinden, falls man mal welche benötigt.


exit

eigentlich selbsterklärend, mit dem Befehl „exit“ beendet man die Eingabeaufforderung


Falls man sich nicht einmal bei der Eingabe eines Befehls nicht sicher ist, gilt immer: Befehl/?, diese Eingabe gibt eine Liste der möglichen Parameter aus. In der Regel wird bei den Befehlen und Parametern nicht zwischen Gross-/Kleinschreibung unterschieden. In Einzelfällen kann dies allerdings durchaus der Fall sein. In vielen Situationen, wenn Systemeinstellungen betroffen sind, ist es zwingend nötig die Eingabeaufforderung mit Adminrechten zu öffnen. Wird bei der Anwendung eines Befehls "Systemfehler 5" ausgegeben, dann wurde dies mit Sicherheit versäumt.

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